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Kurzvergleiche

Hosting und Cloud-Dienste für Schweizer KMU: Standorte, SLA, Verträge

Bei Hosting und Cloud-Diensten zählen für KMU der Speicherort, die Verfügbarkeitszusage und die Vertragsbedingungen.

Hosting für Schweizer KMU: drei Entscheide, die zählen

Bei Hosting und Cloud-Diensten zählen für KMU der Speicherort, die Verfügbarkeitszusage und die Vertragsbedingungen. Galaxyweb nennt Schweizer Rechenzentren, Hoststar beziffert seine SLA-Zusagen und Swisscom bietet Microsoft-Azure-Dienste an.

Der Standort zeigt, wo Personendaten gespeichert werden und welche Vorgaben für Auslandtransfers gelten. Das SLA hält Verfügbarkeit, Messung und Folgen einer Unterschreitung fest.

Im Vertrag sind auch Support, Rügefristen, Rückerstattungen und die Verantwortlichkeiten nach dem revidierten Datenschutzgesetz zu klären.

Was 99,9 Prozent im SLA wirklich bedeuten

99,9 Prozent Verfügbarkeit bedeuten im Jahresmittel höchstens 8 Stunden und 46 Minuten Ausfall, im Monatsmittel 43 Minuten. hosttech nennt 99,9 Prozent und misst die Verfügbarkeit im Monatsmittel.

Hoststar garantiert 99,9 Prozent für Hosting und Reseller-Hosting sowie 99,5 Prozent für vServer und MailPro. Gemessen wird im Intervall eines Kalenderjahrs über zwölf Monate, im Minutentakt während 365 Tagen.

Die Verfügbarkeit dokumentiert Hoststar über die Internet-Anbindung eines unabhängigen Providers. Galaxyweb gibt eine garantierte Verfügbarkeit von 99,9 Prozent an.

Auch andere Prozentwerte verdeutlichen den Einfluss des Bezugszeitraums: 98 Prozent erlauben im Jahresmittel 7 Tage, 7 Stunden und 12 Minuten Ausfall, 99 Prozent 3 Tage, 15 Stunden und 36 Minuten. Bei 99,5 Prozent sind es 1 Tag, 19 Stunden und 48 Minuten.

Hoststar nimmt Unterbrüche durch angekündigte Wartungsarbeiten und schwerwiegende DDoS-Attacken von der Zusage aus. Solche Ausschlüsse beeinflussen, welche Ausfälle für die SLA-Berechnung zählen.

SLA-Verfügbarkeit im Überblick: Ausfallzeiten je Prozentwert

  • 99,9%% Verfügbarkeit — max. 8 Std. 46 Min. Ausfall/Jahr
  • 99%% Verfügbarkeit — max. 3 Tage 15 Std. 36 Min. Ausfall/Jahr
  • 98%% Verfügbarkeit — max. 7 Tage 7 Std. 12 Min. Ausfall/Jahr

Hosting-Anbieter im Vergleich: SLA-Zusagen und Standorte

Hoststar
99,9 % (Hosting & Reseller-Hosting), 99,5 % (vServer & MailPro)
Galaxyweb
99,9 % garantiert
Swisscom (Microsoft Azure)
Datenhaltung Schweiz, SLA nicht explizit genannt

Support-Zeiten, Rügefristen und was im Schadenfall passiert

Hoststars Qualitätsgarantie umfasst neben der Verfügbarkeit auch Support-Reaktionszeiten, Anbindungskapazität und Datensicherungen. Konkrete Reaktionszeitwerte sind dabei nicht genannt.

Wird die garantierte Verfügbarkeit unterschritten, sieht Hoststar eine kostenlose Vertragsverlängerung um einen Monat vor. Die schriftliche Rüge muss innerhalb von drei Tagen bei Hoststar eintreffen.

Neukunden können Hosting-, Reseller-Hosting- und vServer-Produkte innerhalb von 30 Tagen ab Bestelldatum kündigen. Die Kündigung muss schriftlich und mit detaillierter Begründung eingereicht werden.

Bei plausiblen und nachvollziehbaren Gründen erstattet Hoststar die Hosting-Gebühren vollständig zurück. Ausgenommen sind Domainregistrierungskosten sowie Mängel durch unsachgemässe Nutzung oder die Nichteinhaltung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Serverstandort Schweiz: Rechenzentren, Backups, Kontrolle

Galaxyweb betreibt seine Server- und Backup-Infrastruktur ausschliesslich in Schweizer Rechenzentren. Das Unternehmen nennt mehrere Rechenzentren und verschiedene Backup-Standorte.

Green bietet Cloud-Infrastruktur in Schweizer Datacentern an. Swisscom nennt für seine Cloud-Lösungen Datenhaltung und Gerichtsstand Schweiz.

Bei Public-Cloud-Diensten können Daten in Serverzentren verschiedener geografischer Regionen liegen; Kundinnen und Kunden haben häufig keine Kontrolle über den genauen physischen Speicherort. Darum sollten Speicherort und Backup-Standort vertraglich geklärt werden.

Nach Art. 16 DSG ist ein Auslandtransfer grundsätzlich zulässig, wenn der Bundesrat den Staat als sicher eingestuft hat oder der Datenschutz durch andere Vorkehrungen gewährleistet wird. In besonderen Fällen ist die Speicherung von Personendaten ausserhalb der Schweiz untersagt.

Private, Public oder Hybrid: welches Modell zu welchem KMU passt

Eine Private Cloud bietet exklusiven Zugriff und mehr Kontrolle über Unternehmensdaten. Green führt dafür Azure Local und Swiss Cube IBM Power als Angebote für KMU auf.

Public Clouds sind skalierbar und können nach Bedarf bezogen werden. Green nennt VDC Pro als Public-Cloud-Angebot auf Basis von Infrastructure as a Service.

Swisscom bietet Beratung für Microsoft Azure und unterstützt Unternehmen bei Planung, Umsetzung und Betrieb ihrer Azure-Plattform. Die Hybrid Cloud verbindet solche öffentlichen Cloud-Dienste mit lokaler Infrastruktur.

Bei Managed Cloud Services übernimmt der Anbieter Support und Wartung. Swisscom bietet Managed Cloud Services an; das KMU kann sich so stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Wer Betrieb und Wartung auslagert, sollte Reaktionszeiten, Speicherort und Datenrückgabe klären. Das gilt auch für die Zuständigkeiten bei Störungen und für die Sicherung der Daten.

Private vs. Public Cloud: Vorteile und Risiken für KMU

  • Private Cloud
  • Public Cloud

revDSG: was bei Cloud-Nutzung konkret Pflicht wird

Das totalrevidierte Datenschutzgesetz und seine Ausführungsbestimmungen sind am 1. September 2023 in Kraft getreten. Sie lösen das Bundesgesetz von 1992 ab.

Das Gesetz betrifft Personendaten natürlicher Personen, nicht mehr Daten juristischer Personen. Genetische und biometrische Daten zählen neu zu den besonders schützenswerten Daten.

Privacy by Design und Privacy by Default verlangen, dass der Schutz der Privatsphäre in Produkte und Dienstleistungen eingebaut und standardmässig voreingestellt wird. Über die Beschaffung von Personendaten ist vorgängig zu informieren.

KMU müssen ein Verzeichnis der Bearbeitungstätigkeiten führen; für gewisse KMU gilt eine Ausnahme. Bei hohem Risiko für Persönlichkeit oder Grundrechte ist eine Folgenabschätzung erforderlich.

Verletzungen der Datensicherheit müssen dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) schnellstmöglich gemeldet werden. Für Cloud-Dienste gelten zusätzlich die Voraussetzungen für eine Auslagerung von Personendaten ins Ausland.

Wichtige Meilensteine im Datenschutz für Cloud-Nutzung

1. September 2023
Inkrafttreten des totalrevidierten Datenschutzgesetzes (revDSG)
Neu: besondere Schutzbedürftigkeit
Genetische und biometrische Daten gelten als besonders schützenswerte Daten
Privacy by Design & Default
Schutz der Privatsphäre muss in Produkte eingebaut sein
Verzeichnis der Bearbeitungstätigkeiten
Pflicht für KMU; Ausnahme bei geringem Risiko
Meldung von Datensicherheitsverletzungen
An EDÖB schnellstmöglich melden, auch bei Cloud-Diensten

Checkliste für das Gespräch mit dem Anbieter

Halten Sie bei der Verfügbarkeit Prozentwert, Bezugszeitraum, Messintervall und Messstelle schriftlich fest. Fragen Sie auch, welche Ausfälle von der Zusage ausgenommen sind und wie Wartungsfenster angekündigt werden.

Lassen Sie die Folgen einer Unterschreitung, die Rügefrist und die erforderliche Form der Rüge im Vertrag festhalten. Bei Hoststar sind eine kostenlose Verlängerung um einen Monat und eine schriftliche Rüge innert drei Tagen vorgesehen.

Klären Sie Support-Reaktionszeiten und Erreichbarkeitsfenster, getrennt nach Schweregrad eines Vorfalls. Prüfen Sie auch, welche Leistungen Datensicherung und Rückgabe der Daten umfassen.

Fragen Sie nach Rechenzentrum, separatem Backup-Standort und Datenschutzverantwortlichkeiten. Bei Public-Cloud-Diensten gehören dazu auch die Bedingungen für Auslandtransfers und die Meldung an den EDÖB.

Hoststar gewährt Neukunden für bestimmte Hosting-Produkte eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie; Domainregistrierungskosten sind davon ausgenommen. Galaxyweb nennt für Zusatzleistungen CHF 0.90 pro Monat oder CHF 10 pro Jahr für eine Domainanbindung sowie CHF 2 pro Monat oder CHF 22 pro Jahr für 10 GB Speicherplatz.

Bei Galaxyweb werden monatlich verrechnete Zusatzleistungen ab der nächsten Rechnung belastet. Bei jährlicher Zahlung wird der Differenzbetrag bis zum Ende der laufenden Periode verrechnet; ein Wechsel in einen höheren Hosting-Plan ist jederzeit möglich.

Checkliste: Wichtige Vertragsklauseln für Cloud-Dienste

  • SLA-Angaben schriftlich festhaltenProzentsatz, Bezugszeitraum, Messintervall, Messstelle
  • Ausnahmen klärenWartungsarbeiten, DDoS-Attacken – ausgeschlossen von SLA
  • Folgen bei UnterschreitungKostenlose Verlängerung um einen Monat (Hoststar)
  • Rügefrist und -formSchriftliche Rüge innerhalb von 3 Tagen (Hoststar)
  • Support-ReaktionszeitenGetrennt nach Schweregrad des Vorfalls klären
  • Rechenzentrum und Backup-StandortVertraglich sichern, insbesondere bei Public Cloud
  • Datensicherung und DatenrückgabeLeistungen klar definieren, auch bei Kündigung
  • Rückgabegarantie für Neukunden30-Tage-Geld-zurück-Garantie (Hoststar, ausgenommen Domainkosten)

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